Heute wäre Otto Flimm 91 Jahre alt geworden, es ist sein erster Geburtstag, den er nicht mehr selbst erlebt. Vor genau einem Jahr noch feierte er mit über 200 Gästen ein rauschendes Fest zu seinem runden Geburtstag, ein passender weiterer Höhepunkt in seinem Leben.
Otto Flimm war die treibende Kraft hinter dem Bau der GP-Strecke des Nürburgrings und hat damit gleichzeitig das Überleben der Nordschleife gesichert. Zu diesen Vorgängen gibt es nun viele interessante Details.

Brühl, 18.03.2020 – Der Vorstand des Vereins „Ja zum Nürburgring“ hat Dieter Weidenbrück zum kommissarischen Vorsitzenden des Vereins bestellt. Damit ist die Handlungsfähigkeit des Vereins bis zur nächsten Vorstandswahl gewährleistet.

Der Tod des bisherigen Vorsitzenden Otto Flimm stellt für den Verein einen unersetzlichen Verlust dar. Trotzdem ist gesichert, dass der Verein seine Ziele ohne Unterbrechung weiterverfolgen kann. Das betrifft insbesondere die Klage gegen die europarechtliche Zulässigkeit des Nürburgring-Verkaufs beim Europäischen Gerichtshof. Die hierzu nötigen Schritte sind seit Einreichung im August 2019 erfolgt.

Eine weitere Aufgabe des kommissarischen Vorsitzenden Dieter Weidenbrück ist die Vorbereitung der nächsten Mitgliederversammlung mit einer Neuwahl des Vorstands. Diese wird stattfinden, sobald es die derzeitige Lage rund um das Corona-Virus zulässt. Die kommissarische Bestellung ist befristet bis zur Wahl des Vorstands auf der nächsten Mitgliederversammlung.

Unser Gründer und langjähriger Vorsitzender Otto Flimm ist heute beigesetzt worden. Hier dokumentieren wir die Trauerrede, mit der sein Wirken für den Nürburgring und unseren Verein gewürdigt wurde.

 

Liebe Christine,
liebe Angehörigen und Freunde,
liebe Trauergemeinde,

vor ein paar Wochen gingen wir mit Otto zusammen essen. Wie so oft hatten wir ein leckeres Menü und intensive Gespräche über den Nürburgring und den ADAC. Wir verließen das Restaurant, Otto auf seinem Elektromobil. Als wir uns draußen umschauten, war Otto plötzlich verschwunden, mitsamt seinem mobilen Untersatz.

Wir mussten nur kurz nach ihm suchen, denn schon hörten wir, wie er ein Stück weiter weg mit Vollgas über den Balthasar-Neumann-Platz in Brühl flitzte. Uns blieb fast das Herz stehen. Doch da kam er schon zurück und strahlte über beide Backen.

Einmal Racer, immer Racer.

Otto Flimm war ein begeisterter Motorsportler, doch sein Sinn für Motorsport ging weit über das Geschehen auf den Rennstrecken selbst hinaus. Fast sein gesamtes Leben hat sich Otto Flimm mit dem Nürburgring beschäftigt und große Kämpfe ausgefochten, um dessen Zukunft zu sichern. Mit seinem geliebten „Ring“ ist Otto untrennbar verbunden.

Der schreckliche Unfall von Niki Lauda im Jahre 1976 markierte das Ende der Formel 1 auf der Nordschleife. Wenige Jahre später drohte gar das Ende der berühmtesten Rennstrecke der Welt, weil der Bund sie loswerden wollte.

In seiner unnachahmlichen Art setzte Otto Flimm alle Hebel in Bewegung, um eine moderne GP-Strecke zu bauen. 1981 gründete er zu diesem Zweck unseren Verein „Ja zum Nürburgring“. Er wählte bewusst die Form eines unabhängigen Vereins, in dem alle am Nürburgring interessierten Verbände unter einem Dach das gemeinsame Ziel verfolgen konnten. „Im Namen des deutschen Motorsports“ ist bis heute eine oft gebrauchte Formulierung des Vereins.

Die GP-Strecke wurde 1984 eröffnet, und nur dadurch blieb auch die unvergleichliche Nordschleife erhalten. Sie wäre sonst verschwunden wie so viele Strecken, vielleicht zur Landstraße geworden.

Auch danach gab es genug Gelegenheiten für Otto Flimm und „seinen“ Verein, am Nürburgring die Dinge zurechtzurücken. „Ja zum Nürburgring“ trug dazu bei, dass Fangzäune und Leitplanken rund um die Nordschleife gebaut werden konnten – es drohte die Stilllegung wegen Sicherheitsmängeln. Otto Flimm verhindert auch dieses Mal die Schließung.

Jeder, wirklich jeder, der heute am Nürburgring einen Motor startet, sollte das nie vergessen.

Es ist eine Ironie sondergleichen, dass die Landesregierung, die kein Geld für ein paar Fangzäune hatte, kurz darauf fast 500 Millionen Euro am Nürburgring in überflüssigem Stahl und Beton versenkte.

Die hochtrabenden Pläne zur Erweiterung des Nürburgrings 2009 führten am Ende zur Insolvenz und zum Verkauf. Otto Flimm stemmte sich mit allen Mitteln dagegen. Für ihn war der Nürburgring der Wirtschaftsmotor und das Herz der Eifel, das immer in der Eifel und für die Eifel schlagen sollte. Bis ans Ende seiner Tage konnte er nicht nachvollziehen, dass das Land das Eigentum an diesem nationalen Kulturgut so leichtfertig verspielt hat. Immer wieder stellte er die Frage: „Warum?“. Den Kölner Dom würde man ja schließlich auch nicht verkaufen.

Vor ein paar Jahren drehte er seine letzte Runde über den Nürburgring. Sichtlich beeindruckt sagte er hinterher: „Ich kann einfach nicht verstehen, dass man all das aus der Hand gibt.“

Das Ende der juristischen Auseinandersetzungen hat Otto nicht mehr erlebt. Aber der Verein „Ja zum Nürburgring“ wird seine Ziele in seinem Sinne weiterverfolgen.

Otto Flimm hat nie nach eigenem Vorteil gestrebt am Nürburgring. Was immer er dort erreicht hat, kam anderen zugute. Motorsportlern, der Industrie, den Sportwarten, den Einwohnern der Region. Seine Selbstlosigkeit, das Engagement für das Gemeinwohl, war einzigartig.

Das bislang letzte Formel-1-Rennen auf dem Ring im Jahr 2013 kam nur dadurch zustande, dass Otto Flimm seinen guten Freund Bernie Ecclestone zu Sonderkonditionen überredete. Unter seiner Ägide wuchs das Engagement des ADAC am Nürburgring stetig an, das 24h-Rennen sei hier als leuchtendes Beispiel genannt. So richtig zufrieden war Otto Flimm aber nur, wenn es dem Breitensport gut ging. Er war der Mann, der anderen ermöglichte, in den Motorsport einzusteigen.

Uns bleibt nur der unendliche Dank für alles, was Otto Flimm für den Nürburgring getan hat. Er hinterlässt eine Lücke, die niemand schließen kann.

 

In der Traueranzeige heißt es:

„Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.“

Otto Flimm und der Nürburgring sind untrennbar miteinander verbunden. Nicht, weil es ein Straßenschild mit seinem Namen gibt, sondern weil die echten Nürburgringfans den Namen Otto Flimm im Herzen tragen.

 

 

Dieter Weidenbrück, Brühl, 19. Februar 2019

Otto Flimm ist am heutigen 10. Februar 2020 im Alter von fast 91 Jahren im Marienhospital Brühl verstorben. Er erlag in der Nacht den Verletzungen, die er sich bei einem unverschuldeten Unfall mit seinem Elektromobil am vergangenen Freitag zugezogen hatte. Unsere Gedanken sind bei Otto, seiner Frau Christine und bei seiner Familie.

Andere werden über das Lebenswerk von Otto Flimm berichten, und auch die sehr besondere Rolle, die Otto Flimm fast sein gesamtes langes Leben lang am Nürburgring gespielt hat, wird beleuchtet werden.

Im Augenblick steht die Trauer im Vordergrund. Nach all den Herausforderungen der letzten Jahre, in denen sich Otto Flimm immer wieder mit schweren Erkrankungen auseinandersetzen musste und sie überlebt hat, war es ein simples Schlagloch, in dem ein Rad seines Mobiles abbrach und so seinen schweren Sturz herbeiführte. Otto, der ewige Kämpfer, hatte keine Chance mehr.

Wenn ein Mensch uns für immer verlässt, wird seine Präsenz ersetzt durch Erinnerungen, die andere an ihn haben. Wenn wir uns an Otto Flimm erinnern, wird er uns immer erhalten bleiben. Er war vielen ein Vorbild und ein zuverlässiger Freund. Heute haben wir ihn verloren.

Mach's gut, Otto, wohin auch immer Deine Reise jetzt gerichtet ist.

Brühl, 20.09.2019 – Der Verein „Ja zum Nürburgring“ hat fristgerecht Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die Entscheidung des Europäischen Gerichts (EuG) vom 19.06.2019 eingelegt. In dieser Entscheidung hatte das EuG die Klage von „Ja zum Nürburgring“ als teilweise unzulässig und im Übrigen unbegründet zurückgewiesen.

Luxemburg/Brühl, 19.06.2019 – Das Europäische Gericht hat heute die Klage von Ja zum Nürburgring gegen die Europäische Kommission abgewiesen. In der Pressemitteilung des Gerichts heißt es, dass die Klage als teilweise unzulässig und im Übrigen unbegründet sei. Wir nehmen diese Entscheidung zur Kenntnis und werden nun die Urteilsbegründung analysieren. Danach werden wir über weitere Schritte informieren. Dazu gehört auch die Beantwortung der Frage, ob Rechtsmittel eingelegt werden.

In vielen Bereichen hat Otto Flimm mit unerschöpflicher Energie gerne den Ton angegeben und so Manchem den Marsch geblasen. Am 18. Mai 2019 feierte er seinen 90. Geburtstag, wie man es von ihm nicht anders erwartet hätte: im Kreise vieler Freunde und Weggefährten, mit gutem Essen und Wein, und vor allem mit viel Spaß an der Sache.

Ehrenpräsident des ADAC, Ehrenvorsitzender ADAC Nordrhein, Erster Ehrenvizepräsident der FIA, Bundesverdienstkreuz, die Liste der Auszeichnungen ist mehr als beeindruckend. Über Jahrzehnte hinweg hat Otto Flimm nachhaltigen Einfluss auf viele Entwicklungen in Deutschland ausgeübt. Heute wird Otto Flimm 90 Jahre alt, und er hat noch nicht damit aufgehört, Themen rund um den ADAC und den Nürburgring voranzutreiben.

Denn für uns ist neben dem ADAC natürlich die Verbindung zum Nürburgring bedeutsam. Nur wenige Menschen haben für den Nürburgring so viel getan wie Otto Flimm. Ausgehend von eigenen fahrerischen Erfahrungen Anfang der fünfziger Jahre waren es vor allem seine Jahre im Vorstand des ADAC Nordrhein und im Präsidium des ADAC e.V., die er zum Wohle des Nürburgrings nutzte.

Bei großen Projekten sind immer viele Menschen beteiligt, aber es braucht jemanden, der mit großer Energie und Geduld einen Plan verfolgt und bis zum Abschluss bringt, wie es mit dem Bau der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings 1984 gelang. Nach dem Lauda-Unfall 1976 verfiel der Nürburgring in eine Art Schockstarre. Schlagartig blieben die großen Zuschauermassen weg, die Formel 1 war Geschichte, und über der Zukunft des Rings hingen dunkle Wolken. Die Bundesregierung wollte ihren Anteil von 50% loswerden, das Land Rheinland-Pfalz hatte keine Mittel, um etwas zu ändern. Otto Flimm griff den Gedanken einer Kurzstrecke auf, setzte ihn gegen alle Widerstände durch und trieb auch einen großen Teil des Geldes dafür auf. In diesem Zusammenhang gründete er 1981 den Verein „Ja zum Nürburgring“, der die Interessen des Motorsports am Nürburgring vertrat und dies immer noch tut. 6 Millionen DM steuerte allein der Verein an Mitteln zum Neubau zu.

Auch später stellte Otto Flimm immer eine verlässliche „Feuerwehr“ dar, wenn es zu Problemen am Ring kam. Ob es um Unterstützung für den Marshalls-Club, einen Zuschuss von 1,6 M Euro für Leitplanken und Fangzäune oder um den Widerstand gegen den Verkauf des Rings in private Hände ging, Otto Flimm scheute nie die Mühe und auch nie den nötigen Kampf.

Aber so, wie er immer Kämpfer war, war er auch immer jemand, der Menschen zusammenbrachte, der ohne Eigennutz auf das Wohl der großen Mehrheit schaute am Ring, der nach konstruktiven Lösungen suchte. Ihm liegen die Nöte der Einwohner und Gewerbetreibenden vor Ort genauso am Herzen wie die der testenden Industrie. Ein besonderes Anliegen ist ihm bis heute der Breitensport geblieben. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum ihm der Verkauf des Nürburgrings an Privatinvestoren so nahe geht.

Herzliche Glückwünsche zur 90, lieber Otto Flimm!

Wir freuen uns über jedes Jahr und jeden Tag, den Du noch für den Nürburgring und für unseren „Deinen“ Verein „Ja zum Nürburgring“ da sein wirst.

 

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Vor 35 Jahren wurde die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings eröffnet. An diesen Tag erinnert ein kurzer Beitrag des WDR.

Nach der Abkehr der Formel 1 von der Nordschleife wurde eine Neuausrichtung des Rings unverzichtbar. Otto Flimm war seinerzeit aus seiner Position im ADAC-Präsidium heraus die treibende Kraft für den Bau der Kurzstrecke. Zu diesem Zweck gründete er den Verein "Ja zum Nürburgring" und kämpfte mehrere Jahre lang für seine Idee, die letztlich zur Finanzierung und zum Bau der Grand-Prix-Strecke führte. 35 Jahre später setzt sich "Ja zum Nürburgring" immer noch mit dem Vorsitzenden Otto Flimm an der Spitze für die Zukunft des Nürburgrings ein.


Der damalige Ministerpräsident Bernhard Vogel kommt in dem Beitrag zu Wort:
"Wir bauen den Nürburgring in allererster Linie der Menschen wegen, die in diesem strukturschwachen Teil unseres Landes leben."
Eine bemerkenswerte Aussage vor dem Hintergrund, wie die späteren Landesregierungen mit dem Nürburgring umgegangen sind.


Am kommenden Samstag, den 18. Mai, wird Otto Flimm sein 90. Lebensjahr vollenden, allerdings nicht mit einem Dinner for One, sondern mit einer großen Feier mit rund 250 Gästen im Brühler Phantasialand.

Hier der Link zum Beitrag des WDR:

https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-nuerburgring-wiedereroeffnet-100.html

 

 

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Wir sind benachrichtigt worden, dass das Europäische Gericht in Luxemburg (EuG) am 19.06.2019 eine Entscheidung in der Klage Ja zum Nürburgring gegen die Europäische Kommission verkünden wird. Wir rechnen mit einem Urteil. Mit einer Fortführung der mündlichen Verhandlung rechnen wir daher nicht.

Es ist zu erwarten, dass am gleichen Tag auch die Entscheidung der Klage von NeXovation verkündet werden wird, da beide Klagen von demselben Gericht parallel bearbeitet wurden, auch wenn die Klagen aufgrund der unterschiedlichen Verfahrenssprachen nicht zusammengelegt wurden.

 

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„Ja zum Nürburgring“ wünscht allen Fans des Nürburgrings einen guten Start in das neue Jahr 2019. Wir möchten die Gelegenheit zu einer kleinen Bestandsaufnahme und einem Ausblick nutzen:

Wo stehen wir am Ende des abgelaufenen Jahres, was bringt 2019?

Am 25. April 2018 fand die mündliche Verhandlung der Klage des Vereins "Ja zum Nürburgring" vor dem Europäischen Gericht statt. Wie zu erwarten war, wurde kein Urteil verkündet. Die weitere Vorgehensweise steht im Ermessen des Gerichts.

Die Verhandlung dauerte von 9:30 bis kurz nach 16:00 mit einer einstündigen Mittagspause. Damit war sie um Einiges länger als die Verhandlung der NeXovation-Klage am 30. Januar dieses Jahres. Ungefähr 45 Minuten der Verhandlung wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten, da dort vertrauliche Details aus dem Bietverfahren diskutiert wurden.

Vor Ort waren für Ja zum Nürburgring Dr. Dieter Frey und Dr. Matthias Rudolph als vertretende Anwälte, sowie Otto Flimm und Dieter Weidenbrück als Vertreter des Vereins. Die Europäische Kommission (KOM) trat mit 2 Anwälten und einem Experten der KOM an. Wie bei der ersten mündlichen Verhandlung im Januar war auch hier das Gericht mit den gleichen 5 Richtern besetzt. Die Verhandlungssprache war Deutsch. Das bedeutet, dass die Anwälte ausschließlich deutsch argumentieren dürfen, während die Richter Fragen in ihrer jeweiligen Landessprache stellen können. Die Verhandlung wurde aus diesem Grunde simultan nach Englisch, Italienisch, Französisch und Litauisch übersetzt.

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